BÖRGERDING / Der McBörgerding und das Leben als Musiker

Frank Börgerding bei entertaim.net

Musiker zu sein isr nicht schwer, Profimusiker umso mehr. Das aber schreckt Singer/Songwriter Frank Börgerding nicht ab … im Gegenteil, er hat sein Debütalbum einfach zum zweiten Mal veröffentlicht und geht beständig seinen Weg. Anlässlich dieser zweiten Veröffentlichung sprachen wir mit dem Kölner über die aktuelle Situation, den McBörgding, Snoop Dogg und ernsthafte Texte.

Interview: Dennis Rowehl / Bild mit freundlicher Genehmigung von Börgerding

entertaim.net: Von deinem Debütalbum gibt es jetzt die physische Re-Release. Wie kommt es zur quasi zweiten Veröffentlichung?

Frank: Ganz einfach. Wir dachten uns: „Doppelt hält besser!“ (lacht)

entertaim.net: Auf dem Innencover-Foto post Du fast wie Snoop Dogg oder wie der jetzt gerade heißt. Dein Musikstil hat ja eigentlich nicht so viel mit dieser Art Musik zu tun. War das Absicht oder ein Zufallsprodukt?

Frank: Wir machen gar keinen Rap? Da muss ich wohl etwas verpasst haben! (lacht) Das Foto ist ganz spontan während eines Fotoshootings entstanden und ist somit auch nur ein Zufallsprodukt. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich auf Rap umsteige.

entertaim.net: Der Musikmarkt ist hart umkämpft. Einerseits hat man viele neue Wege des Social Networkings, um auf sich aufmerksam machen zu können. Anderseits kursiert auch so viel minderwertige Musik, dass der Konsument erst einmal selektieren muss. Wie versuchst Du, deinen Bekanntheitsgrad stetig zu steigern? Und wie hart ist das Leben als Musiker?

Frank: Wir arbeiten mit einem guten und zuverlässigen Partner zusammen, der uns bei vielen Dingen sehr engagiert unter die Arme greift. Am besten ist es allerdings immer noch, und ich glaube, das wird sich auch nie ändern, die Menschen live zu erreichen. Eine gute Show abzurocken und die Leute mit einem guten musikalischen Produkt zu greifen. Das Problem hierbei ist: Es müssen auch Menschen kommen, die man dann erreichen und greifen kann. Das ist eigentlich die größte Schwierigkeit für Bands heutzutage. Die meisten Menschen, die zu Konzerten gehen, sind keine Überraschungskonzert-Besucher, sondern gehen zu den Acts, die sie auch schon irgendwoher aus den Medien kennen. Also hat man am besten zuerst Bekanntheit, und dann erst das Publikum. Schwieriges Thema! Ich empfinde das Leben als Musiker trotz der damit verbundenen Schwierigkeiten als sehr angenehm. Wirklich!

entertaim.net: Du hast an dieser Burger-Entwicklungs-Kampagne bei McDonald’s mitgemacht. Kannst Du a) etwas mehr darüber erzählen und b) ist das nicht eigentlich ein Widerspruch, als alternativer Singer/Songwriter mit McDonald´s Teil des Establishments zu sein?

Frank: Wenn eine Band den Namen „Börgerding“ trägt, dann ist es doch eine spaßige Sache einfach mal in ein anderes Gebiet einzutauchen und zu sehen, was man alles mit dem Namen machen kann. Wenn wir mal alle ehrlich sind, gibt es doch keinen von uns, der nicht weiß, wie McDonald´s Burger schmecken. Zumindest wir in der Band wissen das. Ja, wir mögen Börger! Man muss aber sagen, dass unser „Bagel“, der McBÖRGERDING, von vegetarischer Natur ist. Ein Falafel Gedicht gebettet auf Salat mit einer feinen Joghurt-Minz-Soße. Der schmeckt wirklich lecker, und ich weiß es, denn ich habe ihn erfunden. Da lohnt es sich, ab dem 13. Juni die McDonald´s Filialen aufzusuchen.

entertaim.net: Was sind die nächsten Steps für Börgerding? Gibt es Festivals etc.?

Frank: Wir werden demnächst mit dem zweiten Album beginnen und diesen Sommer einige Konzerte geben. Im Herbst ist dann eine kleine Kleinkunstbühnen Tour geplant, die etwas ruhigere Klänge an bestuhlte Säle vermitteln wird. Die Sanfte Seite von Börgerding. Aber wo wir richtig Lust drauf haben ist, es so derbe krachen zu lassen. Das macht uns am meisten Spaß, mit ganz viel Energie über die Bühne zu taumeln!

entertaim.net: Du hast viele ernsthafte Texte … gibt es zurzeit etwas, was dich gesellschaftlich so richtig anwidert?

Frank: Mich widert eigentlich immer wieder dasselbe Thema an, nämlich der einzige große Mittelpunkt unserer aller Leben. Das Gift GELD. Wenige haben viel, viele haben wenig usw. Es wird nur aus einem Grund keine Lösung für dieses Problem gefunden, und der nennt sich Gier. Traurige Sache in meinen Augen. Wenn man zu viel davon hat, scheint es so zu sein, dass Hebel umgelegt werden und die Persönlichkeiten sich verändern in Richtung der Dinge, die keiner braucht. Das lähmt mich manchmal, weil ich dann ein Gefühl von absoluter Machtlosigkeit bekomme, und es mich einfach schockiert, wie Menschen miteinander umgehen. Das muss Liebe sein! 

entertaim.net: Mit welchem musikalischen Vorbild würdest Du gerne mal die Bühne teilen?

Frank: Ach da gibt es schon einige: Eddie Vedder, Dave Matthews, Dave Grohl, Jeff Bridges, Asaf Avidan und nicht zu vergessen Johnny Depp!

entertaim.net: Frank, vielen Dank soweit und bis bald!

Frank: Besten Gruß zurück …

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