Anvil / Hope in Hell (Steamhammer/SPV)

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Nach dem Comeback 2007, dem überall gefeierten Film und dem großartigen  „Juggernaut Of Justice“-Album 2011 stellte sich alsbald die Frage, ob ANVIL, die kanadischen Metal-Götter um Frontmann Lips, dieses Niveau mit ihrer neuesten Veröffentlichung  halten können. „Hope in Hell“, Album Nr. 15, abermals produziert von Bob Marlette,  beginnt in guter Anvil-Tradition gleich mit dem Titelsong und einem schweren stampfenden Anvil-rototypischen Riff. Heavy! „Eat  Your Words”  danach ist purer speed metal, in dem Drummer Robb Reiner eine unfassbare Vorstellung gibt, und man sich fragt, wieviel Arme und Beine dieser Über-Drummer hat. Spätestens jetzt wird jeder halbwegs zurechenbare Metal-Enthusiast Kopfschmerzen vom Bangen bekommen! Unglaubliche Nummer. Das Eingangs-Riff von „Through With You“ erinnert ein wenig an „Smoke On The Water“, aber nach wenigen Sekunden setzt Robb wieder mit seinen manischen Doublebass-Drums ein, und Lips presst seine Lyrics in unnachahmlicher Manier hervor. „The Fight Is Never Won“ wartet wieder mit einem killer riff auf – Lips Solo ist hier fabelhaft, die Riffs dabei im Background heavy as shit.  „Pay The Toll“ (for rock’n’roll) ist ein shouter der hoffentlich auf die neue Setlist kommt.  Wie schon damals Lemmy mit „Going To Brazil“ beschreibt Lips in „Flying“  seine never ending tour rund um die Welt, die sich vor allem im Flugzeug abspielt – treibende Drums und schon wieder ein Chorus, der so simpel und ansteckend ist, dass man sich fragt, warum das nicht schon mal jemand so gesungen hat. Eine extrem stampfende, langsame Black Sabbath-artige Stimmung trägt dann  „Call Of Duty“ – wegen solcher Musik hat man das Genre irgendwann mal Heavy Metal genannt. Was für ein Song. Erstaunlicherweise lassen sich keine Schwachstellen auf „Hope in Hell “ ausmachen, vor vorne bis hinten gelungene Songs: „Badass Rock’n’Roll“ ist genau dies: schmutziger badass heavy rock’n’roll à  la Motörhead – inzwischen schmerzt der Nackenmuskel, Lips gibt alles, Robb brilliert, Sal am Bass treibt unermüdlich. So geht es weiter bis zum Ende. „Time Shows No Mercy“ ist vielleicht noch am ehesten der Song, der nicht ganz so 100% gelungen ist, aber selbst 70% ist mehr als viele andere Bands liefern können. Zum Schluss steht mit „Shut The Fuck Up“ der perfekte Leck-mich-am-Arsch-Song.

Die Produktion ist noch besser als auf Juggernaut, die Drums sind in the face abgemischt, die Gitarren brettern, Lips singt besser denn je, eine intensive tour de force durch den Anvil-Metal-Kosmos. Volle Punktzahl, für mich toppt dieses Album den Klassiker „Forged In Fire“  und kommt ganz nah an „Metal On Metal“ ran!  Ein Fest für Classic-Heavy-Metal-Hörer.

5/5

Martin Hannig

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