A MILLION MILES / Der Weg ist das Ziel

A Million Miles on entertaim.net

Es ist ein beschwerlicher Weg, sich als Band ohne die Hilfe des Fernsehens oder eines Majors zu etablieren. Da bleibt der Weg, immer wieder live zu spielen und zu spielen und zu spielen. Und genau diesen Weg geht die Hamburger Band A MILLION MILES. Im vergangenen Jahr spielten sie eine Tour mit GODSIZED und waren überhaupt sehr viel unterwegs. Da blieb wenig Zeit, ein Album aufzunehmen, aber nun ist auch dieses endlich fertig. Anlässlich eines Gigs in Köln traf ich Sängerin Mona Miluski zum Interview und wir sprachen über das Tourleben, A MILLION MILES und Sylvie van der Vaart.

Interview: Dennis Rowehl / Bild: Andreas Torneberg

entertaim.net: Eure Scheibe ist jetzt endlich rausgekommen.

M.M.: Ja richtig, endlich haben wir es geschafft, unser Debütalbum rauszubringen. Wir kamen ja nie so wirklich dazu, weil wir immer nur auf Tour sind (lacht). Veröffentlicht wurde das Album auf Abandon Records mit dem Vertrieb New Music. Abandon Records ist das Label von Alex Henke von der Band Dark Age. Mit Dark Age stehen wir mittlerweile im guten Kontakt, wir haben das Album mit Eike Freese, ebenfalls von Dark Age, aufgenommen. Das hat sich so ergeben, weil wir unseren Proberaum neben ihnen hatten … man musste da einfach mal so über den Flur … und dann haben wir dirket mit Eike aufgenommen. Zwischenzeitlich haben wir noch viele Gigs gespielt und mit diversen Labels verhandelt … ewig lang, weil wir nie auf den gleichen Nenner gekommen sind … zumal wir ja alles selber machen …Booking, PR etc. … und da möchte man möglichst wenig aus der Hand geben, bis wir uns dann schließlich mit Abandon Records geeinigt haben.

entertaim.net: Auch wenn diese Frage sicherlich mit gewissen Klischees behaftet ist, habt Ihr Erwartungen an das Album? US-Tour? Support von Rammstein und so? (lacht)

M.M.: (lachend) Wenn die anklopfen … sicher! Also wir haben ja sowieso sehr viel im Ausland getourt … Finnland, England, Tschechien, Ungarn, Slowenien … da haben wir viele Freunde … Wir waren da 3 Mal auf Tour, du bist herzlich willkommen und das macht richtig Spaß. Es gibt nicht viele Läden in Slowenien, aber da geht’s dann richtig zur Sache. Aber um noch mal auf die Frage mit den Erwartungen zurückzukommen. Wir versuchen jetzt natürlich, auch häufiger in Deutschland zu spielen. Wir wollen uns mehr auf Deutschland konzentrieren und haben mit dieser Tour schon mal angefangen …

entertaim.net: Wenn ich kurz unterbrechen darf … so eine Auslandstour … wie finanziert man das denn?

M.M.: Am Anfang haben wir komplett privat investiert. Es war schon wichtig, dass wir alle auf derselben Welle schwimmen und das auch durchziehen. Wir haben uns alles aus den Rippen gerissen, um die Touren zu realisieren, haben aber auch Unterstützung von Fördervereinen bekommen, bei denen wir uns beworben hatten. Wir hatten da Glück und haben zwei Tourförderungen rausbekommen. Dann haben wir noch ein paar Merchandise-Sachen verkauft, sodass wir mehr oder weniger plus-minus-0 rausgekommen sind. Aber am Anfang muss man natürlich viel investieren und in der letzten Kaschemme auf dem Fußboden pennen und so weiter. Das muss man erstmal machen (lacht), um Kosten zu sparen.

entertaim.net: Gibt es Ambitionen, um wirklich von der Musik leben zu können?

M.M.: Ich kann da jetzt natürlich nur für mich selbst sprechen, aber es ist schon so, dass ich eigentlich alles auf eine Karte setze und Musik mein Leben ist. Ich habe mein Studium … Medienkultur … abgebrochen, weil ich mich irgendwie nicht wohl fühlte. Ich saß da immer und habe mich gefragt, was ich da eigentlich mache. Und ich hatte keine Lust, mich selbst zu belügen und dann habe ich meine Agentur gegründet, mit der ich andere Bands und uns selbst promote. Natürlich sind wir realistisch und denken nicht, dass wir morgen die großen Rockstars sind, aber darum geht es auch nicht! Wir wollen uns auf einem professionellen Level bewegen und uns auch steigern. Aus jeder Tour lernt man und wir organisiern alles selbst. Die erste Tour, die wir m Ausland gemacht haben, war in Finnland, eingeschlossen im Bus mit fünfzehn besoffenen Finnen, da kannst du dir ja vorstellen, was da abgeht …  eine der geilsten Touren, aber da ging es um alles andere als die Musik …

entertaim.net: Alkohol, Sex und Sauna …

M.M.: (lacht) ABSOLUT! Nur .. die ganze Zeit und zwischendurch spielen … Aber ich hab ja keine männlichen Groupies, da sind die anderen schon besser dran …

entertaim.net: Mal was ganz anderes. Was ist eigentlich deine Lieblingsband?

M.M.: PANTERA! Cowboys from Hell. Ich stehe aber auch viel auf Stoner … Ich höre aber auch viel Oldschool wie DIO und Maiden …

entertaim.net: Hübschester Mann der Welt?

M.M.: Phil Anselmo, Pantera.

entertaim.net: Okay … hässlichster Mann?

M.M.: (lacht) Weiß nicht, Hartmut Engler von Pur vielleicht … ach nein, ich weiß nicht (lacht)

entertaim.net: Was hältst Du von Sylvie van der Vaart?

M.M.: Was sind das für Fragen (lacht) … okay, nervtötend und belanglos!

entertaim.net: Aber die hat Kohle.

M.M.: Das stimmt, das ist oft so bei nervtötenden und belanglosen Leuten. Dass sich aber so viele Menschen genau für diese eigentlich belanglosen Promis interessieren, das ist ein Phänomen, was ich mir auch nur schlecht erklären kann. Ich find es traurig, aber das ist so, dass einfach die meisten der Masse hinterherrennen und wenn etwas cool sein soll, machen die das nach, weil es angeblich cool ist. Viele Leute brauchen etwas, was leicht zu verstehen ist.

entertaim.net: Noch mal zu den Erwartungen zum Album?

M.M.: Dass wir dieses Album wieder als Grund nehmen, viel live zu spielen, weil wir eigentlich auch hauptsächlich eine Liveband sind. Im Studio war es sehr interssant, sich ganz neu zu entdecken, aber deshalb haben wir auch auf Effekte weitgehend verzichtet, und alles sehr ehrlich und authentisch eingespielt. Keine Überproduktion und die neue Pladde repäsentiert auch genau das, was wir die letzten Jahre so gemacht haben. Und wenn sie unseren Fans gefällt, ist das natürlich umso besser.

entertaim.net: Wie fühlt man sich eigentlich, wenn man von einer Tour wieder nach Hause kommt?

M.M.: Ganz ehrlich, das ist echt merkwürdig. Während der Tour hängen wir die ganze Zeit auf engem Raum aufeinander und wenn man dann nach 2 Wochen in seine Wohnung kommt und alles ruhig ist, fühlt man sich irgendwie seltsam einsam (lacht). Man muss sich dann erst wieder an den so genannten Alltag gewöhnen. Bei der Tour ist halt immer was los …

entertaim.net: Wie sieht’s mit Festivals aus?

M.M.: Wir werden einige kleinere Festivals spielen .. und wer weiß, was bzw. wo wir sonst noch so spielen werden. Festivals sind immer eine sehr gute Möglichkeit, viele neue Freunde, Fans und auch andere Bands, kennenzulernen und auf dich aufmerksam zu machen.

entertaim.net: Mona, vielen Dank soweit und dann wünsche ich alles Gute mit dem Album. Dann beste Grüße nach Hamburg.

M.M.: Dank Dir und wir sehen uns dann bestimmt wieder bei der nächsten Tour …