Grande Roses / Disease (Noisolution)

Grande Roses Disease

GRANDE ROSES aus Stockholm gibt es schon 9 Jahre – mit „Disease“ liegt nun recht spät der erste Longplayer vor. Nachdem die Band kurz vor Aufnahmebeginn von EMI gedroppt wurde, entschieden sie sich, die Aufnahmetage rasant zu verkürzen und das ganze „Indie“ zu veröffentlichen. Und sie können sich auf die Schulter klopfen: die lange anlaufzeit aht sich gelohnt – selten hat ein Debut im Indierock-Bereich so überzeugt wie das von GRANDE ROSES: große Melodien, Pathos, treibender Riff-Rock, oft düstere Stimmung – die Schnittmenge zwischen New Model Army, Gluecifer  und den Hives wird hier überaus kompetent besetzt. Das überragende „Radio Heartbreak“ ist dabei wie gemacht für die Indie-Disco: großer Refrain, catchy Melodie. Unbedingt laut hören sollte man die ganze Platte, und besonders das euphorische „Waiting For The Night“, das unglaublich nach vorne geht. Insgesamt muss man dem Sänger Göran Messelt Andersson ein Lob aussprechen – er hat ein tolle Stimme und kann jedem Song seinen Stempel aufdrücken.

Vielleicht hätte der Sound hier und da etwas austarierter sein können, vielleicht hätten Drums und Gitarre besser in Szene gesetzt werden können: aber dies dürfte dem Zeitdruck bei der Produktion geschuldet sein.

Ein sehr überzeugendes Debut! Im Mai  live in deutschen Clubs zu bestaunen…

4/5

Martin Hannig