Die Supersieger / Der Tag, an dem der Haushaltsroboter (Rough Trade)

Supersieger

Der Tag, an dem der Haushaltsroboter mein 200qm-Loft in Brand gesetzt hat“ dürfte auf der Liste der durchgeknalltesten Albumtitel ziemlich weit oben zu finden sein. Die Supersieger – 2 Typen aus Bayern – treten also mutig mit ihrem 2. Album ans Licht der Öffentlichkeit.

Gleich der Opener „1000 km“ macht sofort Spaß mit seinen schamlosen treibenden Neue Deutsche Welle (Spätphase)-Keyboards – nicht von ungefähr, ist doch die NDW eine der Inspirationsquellen der beiden.

Dann erfahren wir in „Indie Rock Band“, dass Paul Kalkbrenner  jetzt in einer Indie Rockband spielt, während Kurt Cobain sich freut, denn Indie rock & roll macht wieder Spaß! Erinnert textlich an bisschen an Kraftklub, und hat auch ordentlich Drive  (knallt aber nicht so wie bei den Chemnitzern).

Die allesamt erfrischenden Songs sind mal NDW pur („Mechanischer Mensch“), mit dem hübsch reastaurierten original Sound von Anfang der 80er, mal Punk wie im nach vorne gehenden „Wie einst Heinz Erhard“ oder Electro Punk („Hummeln im Arsch“). Mein Favorit ist „Ich hab geweint“ mit seltsamen Dance-Sounds – aber ungeheuer catchy.

Das Ganze erinnert an bisschen an die 90er Jahre Poppunks von Creme 21.  Unterhaltungsmusik der guten Art wird geboten – schnell und hart gespielte Disco-Punk-Schlager treffen auf augenzwinkernde Texte. Mal  was anderes!

3,5/5

Martin Hannig

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