Everything Everything / Arc/ Rca Int. (Sony Music)

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Gegenstand heißer Diskussionen war das 2. Album „Arc“ der Briten EVERYTHING EVERYTHING neulich bei 1live-Plattenstreit. Nervt der Falsett-Gesang von Jonathan Higgs? Oder besticht er in ruhigen Momenten durch seine stimmliche Bandbreite? Ist man bereit für ein sich öffnendes Füllhorn von Melodien, diversen Musikstilen, ausgefallenen Ideen? Oder findet man „Arc“ als Ergebnis einer Band, die nicht wissen was sie wollen?

Wie man sich auch positioniert: EVERYTHING EVERYTHING dürften schon im Januar 13 den Preis für eine der ungewöhnlichsten und mutigsten Platten des Jahres bekommen. Immer wieder auf der Suche nach radiokompatiblen Songs (z. B. „Kemosabe“ oder „Torso Of The Week“) scheuen sich die 4 nicht, ständig zwischen den Stilen zu wechseln und so Electro, HipHop, Prog Rock, Ethno, New Wave und und und manchmal auch in einem Song zu verarbeiten. Man kann sich nie sicher sein, was im nächsten Augenblick geschieht – und somit erinnern die Newcomer auch an die kanadischen Großmeister OF MONTREAL. Na klar hört man der Combo an, dass sich hier 4 ehemalige Musikstudenten ans Werk machen, um möglichst viel von dem zu zeigen was sie draufhaben. Und na klar muss man es nicht immer goutieren, wenn die britische Musikpresse das next bing thing in den Himmel lobt. Aber diese extrem durchdachte, von wunderlichen Melodien übersprießende, mit Ideen für 4 Alben glänzende Platte ist ein kleines Meisterstück. Jeder Indie-Rock-Hörer sollte sich trauen, mit diesem Album seinen musikalischen Horizont kräftig zu erweitern!

4/5

Martin Hannig