SOUNDGARDEN / King Animal (Mercury)

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Wenn es je eine Schnittstelle zwischen Metal und Grunge gab, haben SOUNDGARDEN sie zu ihren Hochzeiten in den 90ern super ausgefüllt. Glanztaten wie das Album „Superunknown“ stehen in dieser Karriere als Meilensteine des heavy Grunge – und an diese Zeiten wollen und können SOUNDGARDEN mit ihrem neuen Longplayer anschließen.

 „King Animal“ ist – wie erhofft – ein hart rockender Bastard geworden, der organisch Led Zep-Riffs (der Opener „Been Away Too Long“ – aber ja! oder „By Crooked Steps“) mit angenehmen 90ies Grunge-Feeling verschmilzt.

Chris Cornell ist glücklicherweise – anders als bei seinen Soloalben – immer noch in der Lage, diesem gewaltigen rockenden Mahlstrom seinen ureigenen Stempel aufzudrücken. Hier ist er hörbar in seiner Musik zu Hause, hier passt sein unnachahmliches Shouter-Organ perfekt. Man höre sich nur „Non State Actor“ an, in dem Chris sich die heisere Seele aus dem Leib brüllt – was für ein Comeback!

Auch wer nach einem Nachfolger von „Black Hole Sun“ sucht, dürfte hier fündig werden: „A Thousand Days Before“ mit seinen überraschenden psychedelischen Gitarrenläufen oder noch passender das pathetische „Bones Of Birds“ mit jazzigen Anleihen verkörpern das Black-Hole-Sun Gefühl perfekt.

Am Ende hätten es durchaus 2 Songs weniger sein können (habe ich bei „Superunknown“ damals auch gedacht), aber zurückzustecken war noch nie Soundgardens Sache. Produzent Adam Kasper hat der Band genau den warmen, aber nie altbackenen Sound verpasst, der alte Fans begeistern wird, während der eine oder andere Neuling sich nun den Backkatalog vorknüpfen dürfte.

Dieses Comeback eines der größten Bands der 90er ist mit Sicherheit auch dem nun einsetzenden warmen Geldregen verpflichtet – aber das ist scheißegal, wenn dabei so ein Meisterstück herauskommt. Einordnen unter: Comeback geglückt!

4/5

Redakteur: Martin Hannig

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