Brothers in Arms / Hamburg Hardcore

Brothers in ArmsAuf den Spuren von Stormtroopers of Death … mit „Invictus“ zelebrieren die Jungs vom Kiez den guten, alten NYHC.

Interview mit Sänger Andrew Boswell von D. Rowehl

Bild mit freundlicher Genehmigung von Oktober Promotion

entertaim.net: Unbezwungen! So der Name des Albums. Ich habe geschrieben, dass mich der Stil stark an den NYHC-Sound a la Stormtroopers of Death erinnert. Das ist aber ja schon eine Weile her. Wo seht Ihr eure Wurzeln?

Andrew Boswell: Unsere Wurzeln liegen definitiv im New York Hardcore. Wurden aber auch vom Punk, Metal sowie Hip Hop beeinflusst und geprägt. Es ist für uns sehr wichtig, offen für viele verschieden Arten der Musik zu sein und diese auch in unser Songwriting einzuspielen … und dass wir Spaß daran haben, was wir machen.

entertaim.net: Ihr seid richtige Hamburger Jungs … aber doch keine HSV-Fans, oder?

A.B.: Nein! HSV-Fan ist niemand von uns. Fußball spielt bei uns nicht so die große Rolle. Bedeutet, dass wir auch proben, wenn gerade Bundesligaspiele laufen (lacht). Michael und ich sind Fußball-Fans. Der Rest interessiert sich nicht so dafür.

entertaim.net: Es sieht auf dem Cover so aus, als hättet Ihr mit La Familia Syndicate einen Endorsementvertrag. Kannst Du da mehr drüber sagen?

A.B.: Nein, wir haben keinen Endorsementvertrag mit La Familia Syndicate. Das Label wird aber von Freunden von uns betrieben. Darum haben wir es als selbstverständlich gesehen, unsere Jungs zu pushen.

entertaim.net: Wer sind eigentlich die ganzen Leute auf dem Back-Cover?

A.B.: Roman, Michael und ich sind mitglieder der BDA Crew. Wir haben uns an dem Tag mit den Jungs getroffen und dachten, dass es ein cooles Back-Cover abgeben würde, wenn man mit dem Kiez im Rücken posiert.

entertaim.net: Hardcore ist ja nicht unbedingt die Musikrichtung, die besonders im Trend liegt. Wie viele Fans kommen so im Schnitt zu Euren Gigs?

A.B.: Schätzungsweise zwischen 50 und 200. Das hängt immer davon ab, wo und in welcher Konstellation wir spielen, wobei es uns auch weniger um die Quantität, mehr um die Qualität der Besucher geht. Wir spielen lieber vor 50 Leuten, die richtig Bock auf die Band haben und denen wir etwas mitgeben können als vor 200, die nicht verstanden haben, worum es bei dieser Musik geht und eigentlich nur auf Hardcore-Konzerte gehen, weil es cool ist, einer Subkultur anzugehören.

entertaim.net: Mit welcher Band würdet Ihr gerne mal auf Tour gehen, wenn sich die Möglichkeit bieten würde?

A.B.: Da gibt es sicherlich viele Bands, mit denen wir gerne mal auf Tour gehen würden. Madball, Trapped Under Ice, Expire, Terror, Hatebreed, Metallica oder Slayer sind auf der Wunschliste ganz vorne vertreten.

entertaim.net: Eine letzte Frage noch: Sollte Politik in der heutigen Zeit wieder eine größere Rolle in der Musik spielen?

PA.B.: olitik an sich ist ein viel zu weit gefächerter Begriff. Klar ist es wichtig, dass gerade Musik, die sich in Subgenres bewegt und den Ursprung eines politischen Statements oder einer politischen Meinung hat, auch wieder zu ihren Wurzeln zurückkehrt, wenn sie diese verloren hat. Trotzdem ist es genau so wichtig, den Zeitgeist zu berücksichtigen und wie dieser die Musik im Laufe der Zeit verändert hat. Sowohl Umgangssprache als auch politische Probleme, die uns betreffen, haben sich seit dem Ursprung dieser Musik sicherlich geändert und dementsprechend auch die Statements. Wir stammen aus einer von Verzweiflung und Wut geprägten Generation, in der teils sehr raue Umgangsformen herrschen und das spiegelt sich definitiv auch in dem heutigen Hardcore wider.