Mumford and sons / Babel (Island)

Marcus Mumford und seine Söhne legen mit „Babel“ den zweiten Longplayer vor. Nach dem überwältigenden Erfolg des Debuts „Sigh No More“  lastete ein hoher Erwartungsdruck auf der Band. Der am Anfang des Albums stehende Titelsong beseitigt aber sofort alle Zweifel: Mumfords drängende, angerauhte Stimme, die bewährte folkige Instrumentierung und das mit der laut-leise-Dynamik spielende Arrangement, gepaart mit einer himmelstürmenden Melodie lassen sofort das wohlige Mumford-Gefühl aufkommen. Die fantastischen Musiker haben mit „Babel“ ein Album eingespielt, dass es mit dem Debut locker aufnehmen kann. „I Will Wait“ – die Reflexion über das Leben on the road – mit Banjopicking und Ohrwurm-Chorus ist eine absolute Großtat – unglaublich dass diese Musik mit unter die Haut gehenden Texten und ohne pubertäre Dance-Elektronik im Formatradio überhaupt gespielt wird! Hier und da wird der Band eine gewisse Fantasielosigkeit im Songwriting vorgeworfen – wer keine andere Sorgen hat, möge dies tun. Fakt ist, dass jeder Song auf „Babel“ auf jedem anderen Album eines Folk-Acts ein absolutes Highlight wäre. Man nehme nur „Holland Road“, dass sich zu einer eindringlichen bläsergetragenen Hymne entwickelt, oder „Hopeless Wanderer“, der beste Songs dieses Werks, in Liedform gegossene Bitterkeit und Hoffnung auf Vergebung: „So when your hope’s on fire/ But you know your desire/Don’t hold a glass over the flame/ Don’t let your heart grow cold/I will call you by name/I will share your road“ Wer solche Songs schreibt, kann sich feste auf die Schulter klopfen…

Wer MUMFORD & SONS jemals live erleben durfte, weiß, dass die Stärken der Band in der Livesituation zu finden sind – unzählige Gigs weltweit haben sie zu einer der massenkompatibelsten Band überhaupt werden lassen, ohne dass sie sich dabei verbiegen müssen. Aber mit „Babel“ haben sie auch im Studio alles richtig gemacht. Großartige Gigs werden folgen….

4,5/5 

Redakteur: Martin Hannig