LateOnTheSecond / Underdog Lifestyle

Köln. Ob Grunge, Post-Grunge, Alternative oder was auch immer … als ich die Jungs von LateOnTheSecond aus Köln zum ersten Mal auf der Bühne sah, dachte ich, es mit wahrhaften Amis zu tun zu haben. Und so rockten sie die Hütte und konnten mich derart überzeugen, dass wir ein Interview mit Sänger und Gitarrist Jens Burmann arrangierten:

Interview: Dennis Rowehl
Foto: Stefan Gatzke

entertaim.net: (lachend) Wann hast Du eigentlich PUDDLE OF MUDD verlassen?

Jens: Mmmhhh … ich weiß gar nicht,  ob ich Puddle of Mudd jemals verlassen habe! Nicht offiziell …

entertaim.net: Im Ernst, Deine Stimme und Performance erinnert an Wes Scantlin. Seid ihr irgendwie verwandt?

Jens: Nicht, dass ich wüsste … also weder verwandt mit Wes Scantlin, noch kenn ich ihn, was schade ist, weil … das würde ich gern mal tun … ihn kennen lernen. In den 90ern habe ich den Grunge lieben gelernt, meine Helden Pearl Jam, Soundgarden, Mother Love Bone, Puddle of Mudd und Alice in Chains. Ganz klar. Das ehrt mich wirklich sehr, dass meine Stimme der von Wes ähnelt. Was die gewisse Perfomance angeht … na ja, da kann ich nicht viel zu sagen, ich werde mich ja niemals selber live auf der Bühne sehen. Was schade ist, wenn ich mich sehen würde, wäre ich bestimmt dazu geneigt mich selber auszulachen. Glaube ich.

entertaim.net: Eure erste offizielle Veröffentlichung wird kein Album, sondern eine DVD. Klingt erst einmal ungewöhnlich. Kannst du da mehr zu erzählen?

Jens: Ja und nein. (lachend) Der Punkt ist, dass wir sehr viel Arbeit in unser erstes Album setzen. Und das bedarf Zeit und sehr viel Kraft, vor allen Dingen, weil wir das in kompletter Eigenregie machen. Wir basteln zuhause in den eigenen Homestudios. Dort fühlen wir uns freier und kreativer. Mehr Raum und Luft für Ideen, keinen Druck von außen.  Hinzu kommt, dass ein dokumentarischer Musikfilm über uns gemacht worden ist. Der Regisseur und Filmemacher Konstantin Adenauer hatte diese Idee und kam auf mich zu, um mit uns diesen Film umzusetzen. Darüber hinaus haben einige Freunde auch mitgewirkt, um dieses Projekt umzusetzen. Profis wie Stefan Gatzke in Bereich Fotos oder etwa Phillip Reißfelder für die Schlagzeugaufnahmen sowie Yann Harz von Tobey Trueblood, der dafür sorgte, dass die ganzen Audiospuren im Film sehr gut rüber kommen … yup, diese Kumpels wirkten dabei mit. Darüber sind wir mehr als dankbar! Das sind Freunde, die hinter uns stehen, ohne sie wäre diese Umsetzung nicht möglich gewesen. Fazit also daraus, dass es ein Album geben wird sowie auch die Dokumentation „True_Love_Way“ von K. Adenauer.

entertaim.net: Ab wann wird die DVD im Handel erhältlich sein?

Jens: Wir haben am 16.10. im Barinton in Köln unsere Premiere der Doku. Presse und Co. werden auch dabei sein, im Anschluss gibt es noch einen Gig von uns.

entertaim.net: Wollt ihr alles in Eigenregie organisieren oder euer Schicksal in die Hand eines Labels legen?

Jens: Wie schon erwähnt, wir machen das in Eigenregie, wir haben diverse Labels angeschrieben … auch große, doch bis jetzt gab es kein Feedback. Das ist nicht schlimm, eigentlich auch mittlerweile für uns nicht wichtig. Wir sehen selber, dass wir alles alleine machen können, wir mögen unsere Underdog-Lebensweise, soll heißen: Mit uns kann man vor und nach dem Gig sprechen und mit uns das eine oder andere Bier trinken. Das ist spannend, wie viel Feedback von Menschen kommt, die uns noch nicht gesehen oder gehört haben. Da wird man manchmal echt rot, wenn man hört, dass es einen fremden Menschen so gefallen hat, dass er fast nicht mehr aufhört zu reden und dir Komplimente macht. Das ist echt krass manchmal und man will ja auch nicht unhöflich sein und denjenigen dann abwimmeln. Das ist schließlich ein Mensch, der auf deine Songs abfährt und etwas in ihm passiert, wenn er das hört. Das sollte man mal durchdenken und Respekt davor haben.

entertaim.net: Absolut! Ihr habt  als Support von vermeintlich renommierten Bands diese schon das eine und andere Mal an die Wand gespielt. Mir fällt da spontan eine Truppe aus Schweden ein, deren Name ich nicht verraten möchte …

Jens lacht …

entertaim.net: … wann ist die Zeit reif für eine eigene Tour?

Jens: Ja, wir haben schon mit vielen Bands gespielt. Und es hat immer Spaß gemacht, ich erinnere mich gerne an Gigs mit EZPERANZA im Blue Shell (Köln) zu Beginn dieses Jahres oder die an mehrere Gigs mit Tobey Trueblood oder an die Jungs von Soledown. Alle Gigs, die wir bis jetzt hatten … mit diversen Bands … waren für uns sehr geil und haben eine Menge Spaß gemacht. Wir haben dadurch geniale Musiker getroffen und dadurch sind auch Freundschaften entstanden. Ob schwedische, deutsche oder englische Bands, ganz egal welche wir supporten, ist es immer wieder sehr spannend. Ich denke nicht, dass wir was an die Wand gespielt haben. Gigs sind keine Wettbewerbe oder ähnliches, wir tragen lediglich unseren Beitrag zur großen, weiten Musikwelt bei. Das mit der Tour ist so eine Sache, gerne würden wir mit einer befreundeten Band eine Tour fahren, so was rockt und trägt zur guten Laune bei. Wir haben uns natürlich ein paar Gedanken darüber gemacht, vielleicht haben ja Soledown, Tobey Trueblood oder sogar Pencilcase aus Aachen mal Lust mit uns eine Tour zu fahren. Mal schauen, was die Jungs dazu sagen, das müssen wir noch herausfinden. Oder aber jemand aus einer Booking-Agency kommt endlich mal auf uns zu und bucht uns durch Deutschland, wer weiß?! Das wäre schon mal sehr geil!

entertaim.net: Was wäre musikalisch die größte Herausforderung für Dich?

Jens: Musikalische Herausforderungen habe ich sogar im Proberaum. Im Ernst, ich habe soviel Glück mit den restlichen Jungs von den Lates. Das ist meine Familie, ich schätze jeden von ihnen. Ob es ein Lutz Schröder ist, der unser Band-Dad ist …

entertaim.net: … der Gitarrist von INCUBUS (lacht) ?

Jens: … kannst mal sehen, Puddle of Mudd, Incubus … also, er hat uns mit seiner Erfahrung und seinem großen Wissen ein großes Stück weitergebracht. Die Band ist super … musikalisch und persönlich! Vielleicht wäre es eine Herausforderung, mit einem großen Orchester in einer riesigen Arena zu spielen, was weiß ich, vielleicht vor 20.000 Leuten. Das sind natürlich alles Träume, aber wer weiß, was alles noch so kommen wird. Ich freue mich jedenfalls jeden Tag, dass ich mit den Jungs diese Band habe und wir können uns glücklich schätzen, solch ein Feedback zu bekomme … von unseren treuen Fans, die uns immer supporten, wo immer wir auch sind. Das ist pures Lebensgefühl.

entertaim.net: Dann rann ans Telefon und die anderen Bands angerufen … Viel Glück!

Jens: Wir danken.