The Agonist / Prisoners (Century Media)

Was seinerzeit mit „Once only imagined“ als unkontrollierter Atombombeneinschlag begann, wurde tatsächlich bei „Lullabies for the dormant mind“ dergestalt kultiviert, dass man zwischen lauter Extreme einen eigenen Stil erkennen konnte. The Agonist sind speziell, eigenwillig und somit auch einzigartig und nur allzu häufig fragt man sich, wann die Stimmbänder von Alissa White-Gluz zerspringen! Gesellschaftliche Dilemmata lassen sich nicht unbedingt in Schöngeistliedern vertonen, schon gar nicht, wenn man sich in der Metalcore-Schiene befindet. Und so ergeben sich abgefahrene Songtitel wie „Predator and prayer“, „Anxious Darwinians“ oder „Revenge of the Dadaists“ – auch wenn man hin und wieder denkt, dass 2 Songs parallel übereinander laufen, ergibt sich dennoch immer eine Struktur und bei einigen Durchläufen bleiben auch diverse Passagen hängen. „Ideomotor“ erinnerte mich sogar etwas an Trivium, doch Songs wie „Lonely Solipsists“ können wiederum nur von Agonist stammen, zu eigenwillig ist auch der Gesang von Alissa. Für den ungeübten Hörer wird auch „Prisoners“ den Aufprall einer Atombombe gleichkommen, insgesamt entwickeln sich die Band in ein kompaktere Gesamtpaket, was mit relativ stringenten Nummern wie „The Mass of the earth“ unter Beweis gestellt wurde. Ich mag diese Band!!!

4/5

Redakteur: Dennis Rowehl