Black Stone Cherry / Kentucky Tight Rock and Roll

Ich liebe diese Jungs! Black Stone gehören absolut zu den besten der „neuen“ Bands, insbesondere im Rock-Segment. Sie sind authentisch, haben einen hohen Wiedererkennungswert und arbeiten permanent an sich und ihrer Musik. Und so ließ ich es mir nicht nehmen, erneut Drummer John Fred zu treffen, um mich über den neuen Stand der Dinge in Kenntnis setzen zu lassen.

Interview: Dennis Rowehl
Foto: Ilka Rowehl

entertaim.net: Wie fühlt es sich an, wenn man mittlerweile in immer größeren Venues spielt und selbst als Headliner immer mehr Leute zieht?
John Fred: Es ist großartig! Wir haben zusammen mit Alter Bridge getourt und auch bei unseren Headliner-Shows kommen immer mehr Fans. Dass die Leute unser Album derart stark honorieren ist unbeschreiblich. In den Rockcharts waren wir mit den letzten beiden Alben ganz oben und sogar in den Pop-Charts haben wir gute Positionen erreicht.
entertaim.net: Nummer 13 in den UK, Platz 22 in den deutschen Albumcharts und Nummer 28 in den USA. Wie fühlt sich das an, wenn man sich plötzlich immer häufiger im Radio hört?
John Fred: Gesegnet (lachend). Im Ernst, wer hätte das damals gedacht. Wir sind so dankbar dafür, dass wir gemeinsam durch die Welt touren und überall spielen können. Das war immer unser Traum. Es ist bei uns überhaupt so, dass es kontinuierlich immer ein kleines Stück voran geht. Das ist ein gutes Gefühl. Wir haben es sogar ins deutsche Fernsehen (Harald Schmidt Show im November 2011) geschafft, was eine vollkommen neue Erfahrung war.
entertaim.net: So wie ich euch kenne, nutzt Ihr vermutlich die Zeit zwischen den Gigs, um neue Songs zu komponieren?
John Fred: (lacht) Absolut! Bereits beim letzten Album haben wir die Songs in den unterschiedlichen Ländern komponiert. „Like I roll“ in Kalifornien, „Such a shame“ ist uns in Hamburg eingefallen und so weiter. Mittlerweile macht es die Technik möglich, dass wir‚ sei es mit dem I-Phone‚ schnell unsere Ideen aufnehmen können, um zu gegebener Zeit daran weiterarbeiten zu können.
entertaim.net: Bei „Between the devil and the deep blue sea“ habt Ihr das erste Mal mit Co-Writern gearbeitet. Wie kann man sich beim neuen Album das Songwriting vorstellen. Ideen habt Ihr jetzt bereits. Werden diese dann mit Co-Writern überarbeitet?
John Fred: Das wird sich zeigen. Als wir mit unterschiedlichen Personen wie z. B. meinem Vater gearbeitet haben, konnten wir viel lernen. Es war ein interessanter Prozess, ohne die eigene Identität dabei zu verlieren. Aber es war definitiv ein wichtiger Schritt, um sich auch weiterentwickeln zu können. Wir werden die gesammelten Ideen auswerten und an den Songs feilen, entweder allein oder mit Hilfe einer dritten Person. Bereits beim letzten Album haben wir unzählige Songs komponiert und nur die besten von ihnen haben es letztendlich aufs Album geschafft.
entertaim.net: Wie sieht es mit dem Label aus. Werden dort auch Entscheidungen getroffen, wie ein neues Album zu klingen hat?
John Fred: Als wir damals bei Roadrunner unterschrieben haben, hatte das Label sicherlich ein Bild davon, wie wir klingen sollten. Im Laufe der Zeit haben wir dann gemeinsam einige smarte Entscheidungen getroffen, die uns vorangebracht haben. Ich bin also auch sehr zuversichtlich, dass wir weiterhin sehr gut kooperieren und wir konnten bisher unsere musikalische Identität behalten und verfeinern.
entertaim.net: Wann gibt es „Like I roll“ als Singleauskopplung?
John Fred: (lacht) Ha, du magst diesen Song, was? Der California-Song. Wir sind seinerzeit zu einem Produzenten nach Malibu gefahren. Es ging serpentinartig immer bergauf und mir wurde schon etwas mulmig, weil ich irgendwie ein bisschen Höhenangst habe (lacht), aber der Ausblick auf den Ozean war der Hammer! Es war sowieso sehr beeindruckend. Er fuhr einen BMW, was in den USA ein absolutes Statussymbol ist…
entertaim.net: …fährst du mittlerweile auch einen BMW? Jetzt, wo Ihr Rockstars seid!
John Fred: (lacht) leider noch nicht …
entertaim.net: …was mich zu unserer „Running-Frage“ führt… als ich dich beim letzten Interview gefragt hatte, ob ihr Millionäre geworden seid, hast du gelacht, mit der Antwort „Nicht einmal ansatzweise!“ Hast sich da (hoffentlich) was geändert?
John Fred: (lacht) Wie gesagt, wir sind ein Stück vorangekommen und haben den Luxus, von der Musik leben zu können… aber ansonsten „Not even close!“ (lacht). Der BMW muss also noch warten! Die Musikszene hat sich seit den 80ern natürlich stark verändert. Ich wünschte, es wäre wie zur Hochzeit von Mötley Crüe, als man als Musiker einfach mal ein Hotelzimmer zertrümmern konnte und der Manager mit dem Scheckbuch hinterherlief und für den Schaden aufkam. (lacht) Heutzutage würde dir das Label den Vogel zeigen. Die Tage des Überflusses sind vorbei, seitdem es Downloads und Ähnliches gibt. Als Band ist man darauf angewiesen, viel live zu spielen, was aber natürlich auch zu den absolut positiven Seiten gehört und wir sind froh, dass wir überall auf der Welt touren können. Aber was die Einnahmen betrifft, lebt man sicherlich nicht von den Albumverkäufen, sondern ist auf Merchandise etc. angewiesen. Wenn wir auf Tour sind, leben wir eigentlich auch sehr sparsam… also keine zertrümmerten Bars, Hotelzimmer und Ähnliches (lacht)
entertaim.net: Dann stell ich Dir spätestens in einem halben Jahr noch einmal die Frage …
John Fred: … (lacht) Alles klar.
entertaim.net: Ihr kennt euch seit der Kindheit und verbringt nun im Grunde jeden Tag miteinander. Klappt das immer noch oder wird der Nightliner irgendwann zu klein?
John Fred: Auf keinen Fall. Wir hatten beim letzten Interview schon darüber gesprochen, dass wir in einer Scheune auf dem Grundstück meiner Großeltern eine Art Proberaum haben… mit Strom, aber ohne fließendes Wasser. Und da treffen wir uns oft mit den ganzen Familien zum Barbecue. Bereits mein Vater hat sich dort mit den Kentucky Headhunters getroffen und Mucke gemacht. Sie hatten damals schon Poster als Isolation an die Wände geklebt. Wir kleben immer noch Poster an die Wand, sodass wir mittlerweile schon ca. einen Centimeter Poster dort kleben haben (lacht). Am coolsten wäre es, wenn wir alle zusammen in einem großen Haus leben würden, mit den Familien und einem Proberaum mit Studio…
entertaim.net: … aber in Kentucky?
John Fred: Ja, ich liebe Kentucky. Kalifornien ist wunderschön und perfekt für einen Urlaub, aber ich bin hier einfach zu tief verwurzelt.
entertaim.net: Okay, es hat wieder einmal Spaß gemacht. Dann wünsche ich euch weiterhin alles Gute!
John Fred: Danke auch für die Unterstützung, dann bis zum nächsten Mal!
Redakteur: Dennis Rowehl
© 2012